LÜNEN. „Guten Tag, ich bin Mohammad, Flüchtling aus Syrien. Ich danke Ihnen und alles Gute.“ Mohammad Aryan strahlt über das ganze Gesicht und überreicht der gerührten Lünerin eine weiße Rose. Sein Deutsch mag zwar noch etwas gebrochen sein, aber die Botschaft kommt an:
Danke, dass ich hier sein darf, danke für die Gastfreundschaft.
Je mehr Rosen Aryan auf dem Wochenmarkt verteilt, desto mehr Spaß hat der
19-Jährige.

Tag des Flüchtlings
Anlass der Rosen-Aktion war der nationale „Tag des Flüchtlings“, der am Freitag als Teil der Interkulturellen Woche stattfand. Wer Geld spenden oder sich informieren wollte, fand direkt vor dem Rathaus den Infostand des Arbeitskreis für Flüchtlinge. Auch der Caritas-Verband Lünen- Selm-Werne, der DRK-Kreisverband Lünen und die Frauenvorstände der beiden DITIB Moscheen sammelten für die Flüchtlinge.

Währenddessen erfuhr eine Gruppe von rund 30 Flüchtlingen alles über Lünen. Horst
Störmer und Ursula Rudolph berichteten auf Deutsch und Englisch unter anderem, was es mit den Stelen an der Lippe auf sich hat, erklärten die Beschaffenheit
von Fachwerkhäusern und besichtigten die Stadtkirche St. Georg. Interessiert
lauschten die Männer und Frauen dem kurzen Orgelspiel und informierten sich
über Altar und Taufstein.
Lünen erinnert an Heimat „Ich mag Lünen, die Menschen sind sehr nett hier“,
sagt Emad Aryan aus Amouda in Syrien. „Es erinnert mich an meine Heimatstadt, die ist auch nicht so groß.“ Seit elf Monaten lebt der 26-Jährige nun in Lünen. In Syrien arbeitete Aryan als Rechtsanwalt. Hier hofft er jetzt mit Hilfe des Arbeitskreises Flüchtlinge auf einen Praktikumsplatz.
„Viele Flüchtlinge warten zu lange auf einen Deutschkurs, wir fordern, dass jeder innerhalb von drei Monaten Deutsch lernt“, erklärte Wolfgang Andree vom Arbeitskreis Flüchtlinge, der bei der Stadt einen entsprechenden Antrag stellen will. Ohne gute Deutschkentnisse sei es schwer, einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz zu finden.